Chronik
1926 - Gründungsmannschaft
1926 beschlossen die Herren Homolka, Hausmann, Franz und Alois Auer einen Sportverein in Rainfeld zu gründen.
Dass dieses Vorhaben zur damaligen Zeit mit großen Schwierigkeiten verbunden war, kann man sich gut vorstellen. So fehlte vor allem neben diversen Voraussetzungen das notwendige Kapital, um einen halbwegs funktionierenden Spielbetrieb aufziehen zu können. Man mußte sich daher zwangsläufig mit einfachsten Mitteln und Möglichkeiten helfen. Das schier Unmögliche gelang und der Arbeiter und Turnverein Rainfeld wurde gegründet. Die Aussprache über die Gründung wurde im damaligen Klublokal abgehalten, wobei der Sportbetrieb nur unter der Bedingung genehmigt wurde, eine Stunde am Wochenende zu spielen, sonst aber immer zu arbeiten.
Der Sportplatz befand sich im Augebiet des Halbachs. Die Pflege erfolgte händisch, wobei der Hauptinitiator Herr Konrad Pilzinger war.
Zeichnungen
Diese beiden Zeichnungen sowie jene am Umschlag der Broschüre stammen aus einem Buch, dass vor einigen Jahren auf dem Dachboden eines ehemaligen Spielers des SC Rainfeld gefunden wurde. Dieses einmalige Werk, vom Torhüter der 30iger Jahre Leopold Schiefer verfasst, beinhaltet alle Spiele zwischen 1930 und 1932 mit Spielberichten, Mannschaftsaufstellungen und Jahrestabellen.
1932-38
Die erste Dressengarnitur war ein Geschenk des SC Traisen. Sie bestand aber nur aus sieben Dressen, daher mußte der Rest mit eigenen Hemden antreten. Eine Leibchengarnitur wurde vom Radverband Rohrbach ausgeliehen und nie mehr zurückgegeben.
Die Vereine der 1.Meisterschaft waren St.Pölten Vorwärts, St.Pölten Hellas, Melk, Pottenbrunn, Göblasbruck, Spratzern, Hainfeld und Rainfeld.
Die Anreise zu den Spielen erfolgte mit dem Rad. Das ersten Spiel gegen St.Pölten Vorwärts wurde 2:1 gewonnen. Die damalige Mannschaft belegte einen Platz im Mittelfeld.
1934 gab es immer weniger Mannschaften, deshalb kam es zu Zusammenlegungen der verschiedenen Vereine. Sieben Rainfelder spielten für den SC St.Veit. Gespielt wurde nur mit einer Mannschaft. Alois Auer wurde in die NÖ Auswahl berufen. Das Spiel Niederösterreich gegen Oberösterreich endete 0:1.
Durch politische Ereignisse wurde alles beschlagnahmt, der Verein wurde aufgelöst.
1946
Der Neubeginn des BSV Rainfeld nach dem Krieg fand in der 2.Kl. Traisental statt. Der Spielerkader war durch die Kriegsereignisse stark dezimiert. So mußte Willi Haus, der erst am Vormittag aus der Gefangenschaft zurückkehrte, bereits einige Stunden später gegen Statzendorf antreten. Die Lederbälle wurden vom heimischen Schuster geflickt. Da nur 10 Leibchen zur Verfügung standen, mußte der rechte Flügel sein eigenes Hemd verwenden. Der Platz befand sich in katastrophalen Zustand (Schotter). Die Spielfeldmarkierung erfolgte mit Sägespänen. Da zu dieser Zeit keine Duschmöglichkeit vorhanden war, mußten sich die Spieler im Halbach waschen. Umgezogen hat man sich im damaligen Gasthaus Grundböck. Die erste Garnitur Dressen spendete der Arbeiterbetriebsrat der Firma Swoboda.
Ligamannschaft 1963
Als Aufsteiger der 1.Klasse Traisental belegten wir im Herbst den hervorragenden 2.Platz in der Unterliga. Dabei erzielten Gerhard Obermayer 15 bzw. Johann Grundböck 11 Tore. Die Reserve wurde sogar Herbstmeister.
Im Frühjahr konnte nur noch die Hälfte der Punkte vom Herbst erreicht werden und so ergab sich schlußendlich ein Platz im Mittelfeld.
zu Foto:
stehend v. li.: Obmann F. Sperker, G. Obermayer, E. Berger, F. Auer, W. Achleitner, K. Schiep, F. Zach, Sektionsleiter E. Hartmann und H. Schagerl
hockend v. li.: K. Auer, H. Auer, E. Gratz, E. Auer, K. Grabner
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1992
Im Sommer 1992 ging der bislang sensationellste Transfer in Rainfeld über die Bühne: Alfred Drabits, Bundesligaspieler und dritter der ewigen Torschützenliste in Österreich, konnte als Spielertrainer verpflichtet werden.
Nach Anfangsschwierigkeiten im Herbst konnte im Frühjahr nach einer sehenswerten Aufholjagd (nur 2 Niederlagen) der 2. Tabellenplatz in der 1.Klasse West-Mitte erreicht werden.
Das Relegationsspiel gegen Aschbach (2. Platz in der 1.Klasse West) vor prächtiger Zuschauerkulisse um den möglichen Aufstieg in die Unterliga verlief bis 10 Minuten vor Schluß für uns sehr gut, wir führten mit 3:0. Dass es am Ende nach einigen Ausschlüssen gegen uns nur ein Unentschieden wurde, lag einerseits am schwachen Schiedsrichter, andererseits an der Disziplinlosigkeit einiger Spieler. Beim Rückspiel gingen wir mit 1:7 unter, wobei Sperren und Verletzungen von Stammspielern das Seine dazu beitrugen. Der Traum vom Aufstieg war vorbei!
1995/96 Der letzte Meistertitel
Diesen Titel widmen wir Erich Strohner
So lautete die Überschrift im Sportteil der NÖN nach Ende der Meisterschaft. Erich Strohner, dessen Name untrennbar mit dem Fußballsport in Rainfeld verbunden war, schied leider viel zu früh aus dem Leben. Er konnte den Aufstieg seines geliebten SC Rainfeld in seinem 70jährigen Bestandsjubiläum nicht mehr miterleben, er verstarb im Frühjahr 1996 dort, wo er unzählige Stunden seiner Freizeit verbrachte, auf dem Fußballplatz in Rainfeld.
zu Foto 1995/96:
stehend von links: Präsident und Dressenspender Erich Schiller mit Gattin, Werner Bäck, Josef Balik, Dietmar Schönbauer, Alexander Zöhrer, Dominik Jurin, Christian Köberl, Vasili Teodoru
sitzend von links: Erich Karrer, Franz Wegerer, Baynam Yalman, Erwin Gaupmann, Wolfgang Semellechner, Kurt Hartl, Robert Schalko, Peter Guba, Markus Pinter